BibSonomy

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BibSonomy ist ein webbasiertes, quelloffenes Literaturverwaltungsprogramm, genauer ein kostenloser webbasierter Social Bookmarking-Dienst zur online Verwaltung und zum Teilen von Publikationen und Lesezeichen. Erreichbar ist die persönliche Datensammlung über jeglichen Browser. Der Name BibSonomy setzt sich aus den Worten „Bibliography“ und „Floksonomy“ zusammen und bezieht sich damit auf den kooperativen Aufbau der Quellenangaben und die Vergabe von Tags (vgl. Kerschis 2009: 93). Zielgruppe ist hauptsächlich das akademische Publikum.

Logo von BibSonomy

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte

BibSonomy ist ein Forschungsprojekt der Knowledge and Data Engeneering Group der Universität Kassel (vgl. Kahl 2009: 9) und ist seit Anfang 2006 online (vgl. Mimkes 2009: 4). Es ist zu Zeit in den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar (Plieninger/ Bergmann 2008: 8).

Im Jahr 2008 gab es bereits über 1.000.000 Metadatensätze zu wissenschaftlichen Publikationen und 250.000 allgemeine Lesezeichen (vgl. Mimkes 2009: 4).

Auf dem Literaturverwaltungsprogramm BibSonomy basiert auch das von der Universität Kassel und der Universitätsbibliothek Kassel entwickelte Literaturverwaltungsprogramm PUMA, welches jedoch nur von den BenutzerInnen der Universitätsbibliothek genutzt werden kann.

Grundlegende Idee

Es handelt sich um eine Kombination aus einem Social Bookmarking-Dienst und einem Literaturverwaltungsprogramm. Die Lesezeichen und Publikationen werden über freie Tags klassifiziert (vgl. Mimkes 2009: 4).

Für die Registrierung benötigt man lediglich einen Usernamen, ein Passwort und eine E-Mail-Adresse.

Funktionsprinzip

Es können Weblinks und Literaturhinweise vermerkt werden, wobei die Daten im BibTeX-Format gespeichert werden (Plieninger/ Bergmann 2008: 8). Besonderheiten sind die umfangreichen Such- und Ranking-Funktionen, sowie die synoptische Darstellung von Bookmarks und Literaturhinweisen (vgl. Kahl 2009: 9).

Als Anwendungsmöglichkeiten für BibSonomy nennen Plieninger/ Bergmann (2008: 8) die persönliche Sammlung aber auch die gemeinsame Sammlung eines Projektteams/ einer Forschungsgruppe von bibliographischen Daten oder Bookmarks. Es können aber auch die Publikationslisten eines Wissenschaftlers oder die Leselisten eines Kurses veröffentlicht werden (vgl. Plieninger/ Bergmann 20087: 8).

Auf der Startseite sind die aktuellsten Veröffentlichungen bei den Bookmarks und den Publikationen ersichtlich. Weiters kann man sich die aktuelle Tag-Cloud und die Autoren von BibSonomy ansehen.

Konkrete Anwendung

Artikel hinzufügen

Die NutzerInnen können manuell Eintragungen machen, oder vorhandene aus BibTeX kopieren. Dabei können sich die NutzerInnen entscheiden, ob dieser Eintrag öffentlich oder privat sein soll (vgl. Kerschis 2007: 94). Private Postings sind somit nur für den Ntutzer/ die Nutzerin selbst sichtbar. Bei öffentlichen Beiträgen kann des Weiteren hinzugefügt werden, ob die Benutzung für eine bestimmte Gruppe sichtbar sein soll (vgl. Ebd.).

Schlagwörter

Es kann eine Tag-Cloud erstellt werden, bei der man die Schlagwörter entweder nach Häufigkeit oder nach Alphabet sortieren kann. Außerdem können zwischen den Schlagwörtern Tag-Relations gebildet werden (vgl. Kahl 2009: 9), die die Suche unterstützen können. Dabei wird die Tag-Ähnlichkeit als Suchkriterium verwendet. Bei der Vergabe der Schlagwörter durch die NutzerInnen, werden passende Tags vorgeschlagen, man kann aber auch Tags frei wählen.

Gruppen

Um eine Gruppe zu bilden, muss der Nutzer/ die Nutzerin einen Account mit dem Gruppennamen anlegen und anschließend ein Mail an webmaster@BibSonomy.org schicken. Dann wird der Nutzer/ die Nutzerin zum Administrator der Gruppe gemacht (vgl. BibSonomy 2012: FAQ). Alle bestehenden Gruppen können auf BibSonomy in einer Liste eingesehen werden.

Ein Vorteil der Gruppen ist das gemeinsame öffentliche Auftreten einer Gemeinschaft von Nutzern, denn alles was die Gruppenmitglieder öffentlich posten wird automatisch in allen Gruppen, in denen man Mitglied ist, erscheinen (vgl. BibSonomy 2012: FAQ). Ein weiterer Vorteil der Gruppen ist, dass man ein bestimmtes Posting nur für die Mitglieder einer bestimmen Gruppe sichtbar machen kann, dabei ist es aber nicht möglich mehrere Gruppen auszuwählen (vgl. Ebd.).

Ein Nachteil von BibSonomy ist, dass wenn ein Nutzer/ eine Nutzerin ihren Accoutn löscht, auch deren Beiträge für die Gruppe verloren gehen (vgl. BibSonomy 2012: FAQ).

Artikel suchen und entdecken

Das Entdecken von Artikeln ist wie bereits erwähnt über einzelne Schlagwörter oder über Tag-Clouds möglich. Außerdem verfügt BibSonomy über eine sehr umfangreiche Suchfunktion, in der man nach NutzerInnen, Gruppen, Autoren, Konzepten, etc. suchen kann. Dabei gibt es auch die Möglichkeit in allen Feldern zu suchen, oder zum Beispiel nur in seiner eigenen Bibliothek zu suchen (vgl. Kerschis 2007: 95).

Friends

Auf BibSonomy kann man neben den Gruppen auch einzelne Freunde haben, mit denen man Postings teilen kann. Jedoch teilt man ein Posting immer mit allen Freunden und nicht einem speziellen Freund (vgl. BibSonomy 2012: FAQ).

Ranking

Für die jeweiligen Postings können Bewertungen in Form von Sternen vergeben werden und jeder Beitrag kann mit Kommentaren versehen werden, die Auskunft über den Inhalt oder die Qualität des Artikels geben.

Importieren/ Exportieren

Importiert werden können BibTex-Quellen aber auch von Firefox-Lesezeichen wird BibSonomy unterstützt. Außerdem ist ein Importieren aus dem Social-Bookmarking-Dienst del.icio.us möglich.

Das Exportieren ist in BibTeX, RTF, EndNote, HTML, RSS, JabRef, DocBook, und vielen anderen Formaten möglich (vgl. Kerschis 2007: 94).

weitere Features

BibSonomy verfügt über einen Blog, über den die NutzerInnen herausfinden können, welche bibliographischen Daten aus welchen Katalogen übernommen werden (vgl. Kerschis 2007: 95). Beispiele für unterstütze Quellen sind unter anderem PubMed, Springer oder der Publikationsserver der Universität Kassel (vgl. Kerschis 2007: 95). Außerdem wird im Blog auf Neuerungen von BibSonomy aufmerksam gemacht (vgl. Kerschis 2007: 96).

Weblinks

Quellen

BibSonomy (2012): FAQ. (06.01.2012).

Kahl, Andreas (2009): Literaturverwaltung mit Social Bookmarking-Diensten. (03.01.2012).

Kerschis, Annett (2007): Literaturverwaltung und Wissensorganisation im Vergleich. Das Angebot von Literaturverwaltungsprogrammen und Social Bookmarking in Bezug auf die Benutzbarkeit in Bibliotheken. (03.01.2012).

Mimkes, Julika (2009): Autorenwerkzeuge und Zitationsinstrumente Inspektion und Evaluation im Rahmen des Arbeitspaketes 2 von DOARC. (03.01.2012).

Plieninger, Jürgen/ Bergmann, Julia (2008): Bessere Arbeitsorganisation mit Web 2.0. (03.01.2012).

Persönliche Werkzeuge