CiteULike
Aus Business und Internet
CiteULike ist ein kostenloser, webbasierter Social Bookmarking-Dienst für das Lesen, Schreiben, Verwalten und Teilen von wissenschaftlichen Publikationen. Es wird eine persönliche Bibliothek im Internet angelegt, die auf dem Server gespeichert bleibt und somit von jedem Computer über einen Webbrowser zugänglich ist. Die bibliographischen Daten der jeweiligen Artikel werden dabei automatisch über ein Bookmarklet eingelesen. CiteULike ermöglicht auch das Exportieren dieser Daten im BibTex- oder EndNote-Format sowie das Importieren aus verschiedenen Literaturverwaltungsprogrammen. Es handelt sich demnach um ein Online-Literaturverwaltungsprogramm für die wissenschaftliche Community, auf deren spezielle Bedürfnisse eingegangen wird.
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Enstehungsgeschichte
CiteULike wird gesponsert von Springer Science+ Business Media (vgl. CiteULike 2012: FAQ).
Mittlerweile ist CiteULike in 8 verschiedenen Sprachen verfügbar, zu denen auch Chinesisch zählt (vgl. Emamy/ Cameron 2007).Es sind zur Zeit 5,759,289 Artikel auf CiteULike zu finden (Stand: 03.01.2012).
grundlegende Idee
Die grundlegende Idee von Richard Cameron war es, eine webbasierte Zeitersparnis für die Verwaltung von Zitationsnachweisen (vgl. Hammond et al. 2005). Ursprünglich war es lediglich möglich Beiträge von speziellen Webseiten mit wissenschaftlichem Inhalt, deren Zitations-Metadaten von CiteULike gelesen werden konnten, als Lesezeichen anzulegen (vgl. Hammond et al.: 2005). Jetzt kann aber ein Lesezeichen von jeder beliebigen Seite angelegt werden, wobei der Fokus nach wie vor auf wissenschaftlichen Publikationen liegt (vgl. Hammond et al. 2005). Das heißt, es werden wissenschaftliche Artikel nach demselben Prinzip katalogisiert wie zum Beispiel Webseiten bei del.icio.us oder Fotos bei Flickr (vgl. CiteULike 2012: FAQ).
Funktionsprinzip
Um CiteULike zu nutzen ist eine einfache und schnelle Registrierung notwendig, die sogar ohne Bestätigungsmail auskommt. Seit kurzen kann man sich auch über seinen Facebook-Account registrieren. Beim Surfen durch das Internet kann der Nutzer Artikel von verschiedenen Dokumentenservern, die von CiteULike unterstützt werden, mit einem Klick zu seiner persönlichen Bibliothek hinzufügen (vgl. Emamy/ Cameron 2005). Daraufhin werden die Metadaten des Artikels automatisch erstellt und durch den Nutzer mit Schlagwörtern versehen. So wird dieser Artikel als Link in der persönlichen Bibliothek abgelegt. Daraufhin wird der Nutzer wieder zur ursprünglichen Webseite zurückgeführt. Als eine neure Möglichkeit kann man einen Browser-Button in seinen Webbrowser einbetten und so noch einfacher den Artikel in seiner Bibliothek posten, ohne dabei die Seite zu verlassen, auf der man den Artikel gefunden hat.
Die persönliche Bibliothek kann mittels Schlagwörtern zu den einzelnen Artikeln organisiert werden. Die Nutzer können also die gewählten oder selbst veröffentlichten Artikel mittels persönlicher Schlagwörtern organisieren und beschreiben, wobei eine Folksonomy entsteht, welche die Artikel beschreibt (vgl. Emamy/ Cameron 2007). Die Schlagwörter können frei gewählt werden, aber da Synonyme, etc. nicht ausgeschlossen werden können auch viele sinnlose Tags vorhanden sein (vgl. Wang/ Wan 2007: 21).
Die Literaturhinweise können anschließend mittels BibTex oder EnNote exportiert werden und so auf einem lokalen Computer verwendet werden. Außerdem können auch bereits bestehende Literaturhinweise aus Literaturverwaltungsprogrammen importiert werden. Bei der Erfassung eines Beitrags aknn aus 16 verschiedenen Publikationstypen ausgewählt werden und innerhalb der Eingabefelder zwischen obligatorischen und optionalen Feldern gewählt werden (vgl. Wang/ Wan 2007: 20).
Jedem Literaturhinweis kann ein Dokument im PDF-Format, URL´s und DOI´s zugeordnet werden (vgl. Kerschis 2007: 84).
Neben der kostenlosen Version gibt es auch CiteULike Gold, welches spezielle Funktionen bietet und £3 monatlich oder £30 jährlich kostet, wobei pro Jahr zwei Monate gratis sind (vgl. CiteULike 2012: Gold). Neben einer frei wählbaren Startseite, einer Kommetarfunktion für die PDF-Dateien und 1500 zusätzlichen Zitationsformaten und vielen anderen Funktionen erscheinen in dieser Version keine Werbeanzeigen (vgl. CiteULike 2012: Gold).
konkrete Anwendung
Artikel hinzufügen
Von den gängigsten Web-Quellen können Artikel mit einem Klick einfach mittels Bookmarklets hinzugefügt und gespeichert werden. Dabei werden die Metadaten für die Zitation eingelesen und automatisch gespeichert und in die CiteULike Database importiert. Dabei muss der Nutzer jedoch eingeloggt sein. Unter gängige Quellen fallen zum Beispiel das International Journal of Communication, [ MIT Press Journals], PubMed, SpringerLink und viele mehr (vgl. CiteULike 2012: FAQ), wobei viele Forschungsgebiete abgedeckt werden. Es können aber auch Artikel manuell eingegeben werden, falls die Quelle nicht von CiteULike unterstützt wird. Anschließend werden die hinzugefügten Artikel mit Schlagwörtern versehen. Standardmäßig werden diese Einträge dann öffentlich zugänglich für alle CiteULike-Nutzer, jedoch kann man auch private Einträge hinzufügen, wobei sie dann lediglich für den speziellen Nutzer ersichtlich sind. Zu den jeweiligen Einträgen können dann Notizen gemacht werden, die wiederum öffentlich oder privat sein können (vgl. Wang/ Wan 2007: 221).
Schlagwörter
Die zu den öffentlichen Einträgen hinzugefügten Schlagwörter sind ebenfalls öffentlich und tragen zum Schlagwort-Netzwerk bei. Dabei erscheinen häufiger verwendete Tags zu dem jeweiligen Artikel in der Schlagwortwolke in größerer Schrift als seltener verwendete. Pro Artikel kann man so viele Schlagwörter verwenden wie man will (vgl. CiteULike 2012: FAQ). Innerhalb seiner privaten Bibliothek kann man mittels der Schlagwörter Artikel gruppieren und so ordnen (vgl. CiteULike 2012: FAQ). „Tagging is initially done fort he individual user´s benefit and the community benefits arise as a consequence of this behaviour.“ (Emamy/ Cameron 2007) Man leistet dadurch also einen Beitrag für die Community. Eine weitere Besonderheit dieser Schlagwörter ist es, dass dadurch eine Eingränzung des Themengebietes stattfindet. Das kann als eine Besonderheit von CiteULike gesehen werden, denn gibt man in eine Suchmaschine einen Begriff ein, so erscheint ein unüberblickbarer Berg von Informationen, jedoch bei CiteULike erscheinen lediglich wissenschaftliche Artikel zu diesem Thema und die Informationen werden eingeschränkt.
Gruppen
Gruppen sind Zusammenschlüsse mehrere Nutzer, die eine gemeinsame Linksammlung teilen (vgl. CiteULike 2012: FAQ). Diese Gruppen kann man selbst gründen oder einer bestehenden Gruppe beitreten, deren Interessen man teilt (vgl. CiteULike 2012: FAQ). Als solche Gruppen treten meist Institutionen/ Forschungsgebiete/ Berufsgruppen/ etc. auf. In eine solche Gruppe kann man auch eingeladen werden. Sichtbarkeit, Beitrittsmöglichkeit und Benutzerrechte können innerhalb der Gruppen definiert werden (vhl. Wang/ Wan 2007: 21).
Artikel suchen und entdecken
Hauptsächlich sucht, filtert und entdeckt man die Artikel mittels der vergebenen Schlagwörter. Als weitere Möglichkeit kann man einsehen, welche Nutzer ebenfalls denselben Artikel zu ihrer persönlichen Bibliothek hinzugefügt haben, und in der Folge deren Bibliotheken nach persönlich relevanten Artikeln durchstöbern. Diese Nutzer werden als CiteULike-Nachbarn bezeichnet. Zusätzlich kann man mittels RSS-Feeds und Watchlists interessante Bibliotheken anderer Nutzer verfolgen und man wird so immer auf aktuelle neue Beiträge aufmerksam gemacht (vgl. Emamy/ Cameron 2007). Als Watchlist werden Beobachtungslisten bezeichnet, die die Möglichkeit bieten, einen anderen Nutzer/ Nutzerin z.B. mit einem ähnlichen Interessensgebiet zu beobachten (vgl. Wang/ Wan 2007: 21). Eine neuere Funktion für das Finden von Artikeln ist die automatische Empfehlung durch CiteULike von speziellen Beiträgen. Dafür muss man lediglich midestens 20 Artikel in seiner persönlichen Bibliothek haben, von denen CiteULike als Basis ausgehen kann. Man kann auch die wissenschafltichen Journale durchstöbern, mit denen CiteULike kooperiert. Außerdem kann man Artikel suchen, indem man themenspezifische Einschränkungen macht, das heißt man kann innerhalb verschiedener Kategorien (z.B. Kommunikation, Physik, etc.) nach Artikeln suchen. Es besteht auch die Möglichkeit nach Artikeln auf der Startseite zu suchen, auf der die neuesten geposteten Artikel erscheinen (vgl. Emamy/ Cameron 2007).
Voting
Wie eben erwähnt erscheinen die neuesten Postings auf der Startseite. Mittels einer Beurteilung kann man sowohl die Artikel auf der Startseite, als auch die Artikel innerhalb der eben erläuterten Kategorien, in ihrer Erscheinungsreihenfolge unter den neuesten Postings verändern. Durch diese Wahl wird also die Reihenfolge der Artikel verändert.
Importieren/ Exportieren
Einträge können mittels der „Export“-Funktion auf einen lokalen Computer exportiert werden. Das kann einerseits als BibTex-Format geschehen, welches von Literaturverwaltungsprogrammen wie TeX und LaTeX verwendet wird und andererseits als RIS-Format, welches von EndNote oder Reference Manager verwendet wird (vgl. CiteULike 2012: FAQ). Außerdem kann man die Daten in Zotero von Firefox exportieren. Des Weiteren kann man seine Daten als PDF exportieren.
Es können auch bereits erstelle Listen importiert werden. Dabei muss eine BibTex- oder RIS-Datei erstellt werden, die mittels der Funktion „Import“, die im oberen Bereich der persönlichen Bibliothek zu finden ist, hochgeladen werden (vgl. CiteULike 2012: FAQ).
Diskussionsforum
Als eine weitere Funktion von CiteULike ist das Diskussionsforum zu sehen. Hier werden allfällige Fragen geklärt, wie zum Beispiel Probleme mit dem Exportieren von Daten, oder Neuerungen diskutiert, wie zum Beispiel das weihnachtliche Logo von CiteULike.
weitere Features
CiteULike verfügt auch über einen eigenen Blog, auf dem Neuigkeiten erklärt werden oder Tutorial-Videos angeboten werden. Zum Beispiel werden hier neue Kooperationen mit Journalen vorgestellt oder die neue Funktion "Recommender" erklärt.
Außerdem kann man seine CiteULike Sammlung mit seinem del.icio.us-Account synchonisieren.
Code
Der verwendete Code ist eine Mischung aus Tcl, Common Lisp, Perl. Die Daten werden mittels PostgreSQL gespeichert (vgl. Emamy/ Cameron 2007). Die Software ist nicht open source, jedoch die gesammelten Daten sind public domain.
Social?
CiteULike ist eine soziale Plattform, da man seine private Bibliothek mit den anderen Nutzern teilen kann und so gemeinsam wiederum eine Quelle für wissenschaftliche Artikel gemeinsam bildet (vgl. CiteuLike 2012: FAQ). Durch diese gemeinsame Quelle kann man über andere Nutzer Literatur finden, die von persönlichem Interesse ist. „The more people who use CiteULike, and the more they use it, the better it becomes as a resource.“ (CiteUlike 2012: FAQ) Einen Beitrag dazu kann man mittels der Funktion „Invite a Friend“ leisten (vgl. CiteULike 2012: FAQ).
Zirkulärer Prozess
CiteULike verbindet die Funktionen von Social Bookmarking-Diensten mit denen von Literaturverwaltungsprogrammen (vgl. Emamy/ Cameron 2007). Laut Emamy und Cameron (2007) wird dabei der ursprüngliche lineare Prozess von `gather-collect-share` zu einem zirkulären Prozess von `gather-collect-share-network`. Ursprünglich wird Literatur in einem Webbrowser erfasst und gelesen, anschließend in einem Literaturverwaltungsprogramm gesammelt und über die Zitation in eigenen Publikationen geteilt. Wenn die Publikation gedruckt erscheint, beginnt dieser Prozess von neuem mit einem anderen Wissenschaftler (vgl. Emamy/ Cameron 2007). Durch CiteULike wird einerseits der Webbrowser nicht nur zum suchen von Literatur sondern auch zum sammeln dieser verwendet, was neben einer Zeitersparnis auch die Beseitigung einer Fehlerquelle beinhaltet. Andererseits sind die Literatursammlungen nun nicht mehr in den Literaturverwaltungsprogrammen von privaten Personen unzugänglich auf deren Computern gespeichert, sondern öffentlich zugänglich (vgl. Emamy/ Cameron 2007). So entdecken Nutzer andere Personen mit ähnlichen Interessen und können so ein Netzwerk bilden oder sich in Gruppen zusammenschließen.
Weblinks
Quellen
Emamy, Kevin/ Cameron, Richard (2007): Citeulike: A Researcher´s Social Bookmarking Service. (03.01.2012).
Hammond, Tony/ Hannay, Timo/ Lund, Ben/ Scott, Joana (2005): Social Bookmarking tools (I). A General Review (03.01.2012).
Mimkes, Julika (2009): Autorenwerkzeuge und Zitationsinstrumente. Inspektion und Evaluation im Rahmen des Arbeitspaketes 2 von DOARC. (06.01.2012).
Wang, Ting/ Wan, Xiaolong (2007): Anwendung und Systeme zur kollaborativen Literaturverwaltung. (06.01.2012).
CiteULike 2012: FAQ. (03.01.2012).
CiteULike 2012: Gold. (03.01.2012).
